Ich habe dieses Rezept von meiner Großmutter. Sie hat jedes Jahr im Dezember die ganze Küche in eine Kipferl-Fabrik verwandelt — und ich stand daneben und habe den Teig probiert, wenn sie nicht hingeschaut hat.
Das Problem: Ihr Originalrezept ist süß. Sehr süß. 250 Gramm Zucker auf 300 Gramm Mehl süß. Ich habe es dieses Jahr angepasst — 30% weniger Zucker, dafür etwas mehr Vanille und eine Prise Salz. Das Ergebnis: Sie schmecken fast wie bei Oma, aber man kann nach dem dritten Kipferl noch geradeaus gucken.
Was du brauchst
- 280g Mehl (Type 405)
- 200g Butter, kalt und in Stücken
- 100g gemahlene Mandeln
- 70g Puderzucker (statt 100g — hier sparen wir)
- 1 Päckchen Vanillezucker (echte Vanille, nicht Aroma)
- 1 Prise Salz
- 1 Eigelb
So geht’s
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Das dauert — die Butter muss richtig einarbeitet sein, sonst bröseln die Kipferl später. Ich mache das mit den Händen, weil man so fühlt, wann der Teig fertig ist. Wer will, nimmt die Küchenmaschine mit Knethaken.
Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank. Besser über Nacht. Der Teig muss kalt sein, sonst reißen die Kipferl beim Formen.
Kleine Rollen formen (daumendick), zu Hörnchen biegen, aufs Blech. Bei 175°C Ober-/Unterhitze 10-12 Minuten backen. Sie sollen hell bleiben, nicht braun werden.
Noch heiß in einer Mischung aus Puderzucker und Vanillezucker wälzen. Vorsichtig — sie sind zerbrechlich. Vollständig auskühlen lassen, dann in eine Dose. Sie werden über Tage besser, weil sie durchziehen.
Mein Fazit
Die reduzierte Süße funktioniert. Die Kipferl sind mürbe, vanillig, und man schmeckt die Mandeln. Meine Großmutter würde vermutlich sagen „Zu wenig Zucker“ — aber sie hat auch immer drei Stück auf einmal gegessen.
Tipp: Wer es noch weniger süß mag, kann den Puderzucker im Teig auf 50g reduzieren und stattdessen etwas mehr Vanillezucker nehmen. Dann werden sie etwas trockener, aber immer noch gut.